Kommunale Gebäude & Anlagen

Planerische Weitsicht

Die Energiestadt Solothurn ist im Besitz von rund 70 kommunalen Gebäuden und Anlagen. Damit die gemeindeeigenen Immobilien über ihre ganze Lebensdauer hinweg den Nachhaltigkeitsstandards entsprechen, werden die Bewirtschaftung und die Nutzung bereits in der Planungsphase berücksichtigt. Es gilt dabei, Immobilien über ihren ganzen Lebenszyklus hinweg zu betrachten. Einer intelligenten Entwicklung von Neubauten folgen eine ressourcenschonende Realisierung, ein sorgfältiger Betrieb und Unterhalt, energiesparende Sanierungen und schlussendlich die fachgerechte Entsorgung oder Wiederverwendung von Bauabfällen. Auch trägt eine moderne und energieeffiziente Haustechnik, wie Wärme- und Stromversorgung, deren Instandhaltung und Erneuerung ebenfalls schon vorgängig geplant wird, zur Nachhaltigkeit einer Immobilie bei.

Standards und Bewirtschaftung

Beim Bau und der Bewirtschaftung kommunaler Gebäude und Anlagen orientiert sich die Energiestadt Solothurn an den klimapolitischen Anforderungen der 2000-Watt Gesellschaft und an den höchsten energetischen sowie ökologischen Standards Nachhaltiges Bauen Schweiz Hochbau (SNBS). SNBS baut auf den Labels «Minergie» und «Eco-bau» auf und erweitert den Schweizer Standard, sodass alle Aspekte von Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt berücksichtigt werden.
Jegliche Neubauten und Sanierungen müssen diese Standards und Anforderungen soweit sinnvoll erfüllen. Deshalb strebt die Energiestadt Solothurn für alle kommunalen Liegenschaften einen möglichst geringen Energieverbrauch in der Bau- sowie in der Nutzungsphase an. Dabei wird auch die Prozessenergie zur Realisierung seiner Baumassnahmen und die in den Bauteilen enthaltene «graue Energie» berücksichtigt. Wo möglich und sinnvoll, werden bei Neubauten und Sanierungen rezyklierte Materialien verwendet sowie erneuerbare Energien für Bau und Betrieb eingesetzt. Die Stadt Solothurn konnte den Energieverbrauch der kommunalen Gebäude und Anlagen in den letzten Jahren kontinuierlich senken und gleichzeitig den Anteil erneuerbarer Energieträger steigern. So beträgt der Anteil erneuerbarer Energieträger für Heizen und Warmwasser heute rund 26 Prozent, beim Strom sind es gar über 43 Prozent.

Vorbildfunktion bei Neubauten und Sanierungen

In der Energiestadt Solothurn werden zurzeit mehrere Neubauten erstellt und Sanierungen vorgenommen. Der Doppelkindergarten und Tagesschule Schulhaus Brühl, der Dreifachkindergarten Schulhaus Vorstadt sowie der Umbau des Freibads gehören zu den grössten laufenden Projekten.

Doppelkindergärten und Tagesschule Schulhaus Brühl
Der zweigeschossige Pavillon nördlich der Brühlstrasse bietet Raum für den Ersatz der Kindergärten Tannenweg und Birkenweg plus der jetzigen Tagesschule des Schulhauses Brühl. Beim Bau wird auf einen möglichst umfassenden Einsatz von rezykliertem Beton und Baumaterial geachtet. Durch den Anschluss an die bestehende Pellet-Heizung des Brühlschulhauses, kann auf eine eigene Heizungsanlage verzichtet werden. Die Photovoltaikanlage auf dem Gebäudedach, gebaut und betrieben von der Genossenschaft OptimaSolar Solothurn, erbringt eine maximale jährliche Stromproduktion von ungefähr 75’000 kWh, was in etwa dem Energiebedarf von 17 Einfamilienhäusern entspricht. Gemäss SNBS erfüllt der Neubau die Vorgaben Minergie P-Eco.

Dreifachkindergarten Schulhaus Vorstadt
In der Solothurner Vorstadt wird das renovationsbedürftige Schulgebäude saniert und durch einen Holzbau für den Dreifachkindergarten erweitert. Der Kindergarten wird an die Pellet-Heizung des Hauptschulhauses angehängt. Auf dem Satteldach des Neubaus werden zusätzlich eine Solaranlage mit einer maximalen jährlichen Stromproduktion von 64’000 kWh errichtet, was den Energiebedarf von etwa 14 Einfamilienhäuser deckt. Durch die hohe Eigenstromabnahme und den Einsatz von nachhaltigen Baumaterialien, gilt der Neubaus als energetisch und ökologisch vorbildlich. Er erfüllt die Vorgaben des Minergie A-Eco und soll gemäss SNBS zertifiziert werden.

Freibad an der Aare
Mit der Sanierung des südlichen Gebäudes des Freibads wird die bestehende Solaranlage erweitert und im Untergeschoss eine Wärmepumpe eingebaut. Diese frequenzgesteuerte Stromproduktion ist ideal auf den Energiebedarf des Freibads abgestimmt. Im Winter werden in der sonst geschlossenen Anlage nur vereinzelte Büroräume geheizt, während dagegen im Sommer der Bedarf an Warmwasser für die Duschen sehr hoch ist. Durch die erweiterte Photovoltaikanlage kann nun zukünftig die Aufbereitung sämtlichen Warmwassers während der Saison durch die Eigenstromproduktion erfolgen. Zusätzlich werden auf dem Parkplatz Ladestationen für E-Bikes und Elektroautos errichtet, sowie eine Velopumpe und ein Toolboard mit Werkzeugen für einfache Veloreparaturen.