Raumordnung & Entwicklungsplanung

Was ist Raumordnung und Entwicklungsplanung?

Raumordnung umfasst die Schaffung von (rechtlichen) Grundlagen der öffentlichen Hand, welche, unter Berücksichtigung diverser Interessen, eine optimale Entwicklung des Gemeindegebietes garantieren. Durch die Gestaltung, Weiterentwicklung und Aufwertung des Siedlungs- und Freiraums wird eine bestmögliche Raum-und Siedlungsstruktur angestrebt. Die Entwicklungsplanung umfasst die räumlich-strategischen Massnahmen von Kantonen, Städten und Gemeinden.

Raumordnung und Entwicklungsplanung der Energiestadt Solothurn

Die Ortsplanung der Gemeinde Solothurn wird alle rund 15 Jahre überprüft und angepasst. Das in diesem Revisionsprozess erarbeitete Räumliche Leitbild ist für den zukünftigen Gestaltungsprozess der Siedlungsgebiete massgebend und bildet die Grundlage für die detaillierte Nutzungs- und Erschliessungsplanung. Das Leitbild dient somit als eine Art Kompass, der aufzeigt, wo und wie Gemeindeboden genutzt werden soll. Ebenfalls wegweisend sind dabei die Ziele der 2000 Watt Gesellschaft, die offiziell in der Solothurner Gemeindeordnung verankert sind.

Energierelevanz in der Entwicklungsplanung

Die Energiestadt Solothurn orientiert sich an den Zielen der Energiestrategie 2050 des Bundes und der 2000-Watt-Gesellschaft. Um diese Ziele auf einem definierten Absenkpfad zu erreichen, wird Energieeffizienz auch in der Stadtentwicklung immer relevanter. Solothurn erarbeitet deshalb aktuell ein neues Energiekonzept, um eine sichere, preisstabile und zukunftsorientierte Energieversorgung zu garantieren. Als Zwischenentscheid hat der Gemeinderat am 27. April 2021 die Energieziele und Abgrenzungen genehmigt. Leitidee dabei sind die Erhöhung der Energieeffizienz sowie die Ausnutzung des Potenzials lokaler, erneuerbarer Energieproduktion.

Raumordnung und Entwicklungsplanung ganz konkret

Mittels Raumordnung und Entwicklungsplanung wird der Veränderungsprozess des urbanen Raums koordiniert. Einen zentralen Aspekt bildet die nachhaltige, energieeffiziente und klimaangepasste Um- und Zwischennutzung der stadteigenen Bauten und öffentlichen Freiräume.

Folgende Projekte wurden in den letzten Jahren realisiert oder sind in Bearbeitung:

Neugestaltung Postplatz
Nach Abschluss der Arbeiten zur Erneuerung der Entwässerungsanlagen wurde der Postplatz für einen Pilotversuch mit einem Provisorium eingerichtet. Gleichzeitig wurden Varianten für die Busführung geprüft.
Der Platz ist mit einer Plattform und unterschiedlichen Sitzgelegenheiten möbliert und dient als Begegnungszone. Im Auftrag des Stadtbauamtes belebte das Alte Spital Solothurn den Postplatz während dessen Zwischennutzung mit soziokulturellen Aktionen. Die Neu- und Umgestaltung sieht einen Platz mit Bäumen vor, welcher zu einem attraktiven Ort des Verweilens aufgewertet wird.

Umgestaltung Westbahnhofquartier
Durch die Schaffung eines zentralen Wohn-und Dienstleistungsstandorts auf dem Areal soll der Stadtteil rund um den Westbahnhof gestärkt und zu einem urbanen Raum weiterentwickelt werden. Mit der Aufwertung der umgebenden Strassen-und Aussenräume und der Schaffung einer besseren Verbindung für den Fuss-und Veloverkehr, wird die Vernetzung der westlichen Quartiere mit der Innenstadt optimiert.

Entwicklungsgebiet «Weitblick»
Vor rund 15 Jahren hat die Stadt Solothurn die Areale Obach, Mutten, Ober- und Unterhof gekauft und zum 17 Hektaren umfassenden Entwicklungsgebiet «Weitblick» zusammengefasst. Schrittweise bis 2036, wird das Areal ein attraktiver Wohn-, Arbeits- und Begegnungsort für Solothurn. Bei der Entwicklung orientieren sich die Verantwortlichen am räumlichen Leitbild mit dem Ziel, das grosse Gebiet langfristig, ökologisch sinnvoll und nach den Bedürfnissen der Stadt und ihrer Bevölkerung zu planen und zu realisieren. Für die Vergabe der Baufelder sind Nutzungskonzeption, Nachhaltigkeit und Preis ausschlaggebend. Zusätzlich finanziert die Stadt die Erschliessung des Gebiets mit Fernwärme (CHF 2.5 Mio.). Zur Zwischennutzung stellt die Stadt der Bevölkerung Teile des mit viel Recyclingmaterial ‘zwischen-sanierten’ Henzihofs zur Verfügung.

Energie- und Klimaziele: Wo führt der Weg hin?

Mit der langfristigen Klimastrategie will der Bund für die Sektoren Gebäude, Industrie, Verkehr, Landwirtschaft und Ernährung, den Finanzmarkt, die Luftfahrt sowie die Abfallindustrie das Netto-Null Ziel erreichen.
Auf dem Weg dahin hat sich die Schweiz mit der Unterzeichnung des Pariser Abkommens 2017 verpflichtet, ihren Treibhausgasausstoss bis 2030 gegenüber dem Stand von 1990 zu halbieren. Ebenfalls haben die Schweizer StimmbürgerInnen das revidierte Energiegesetz 2017 angenommen. Das revidierte Gesetz dient dazu, den Energieverbrauch zu senken, die Energieeffizienz zu erhöhen und die erneuerbaren Energien zu fördern. Die Schweiz kann so die Abhängigkeit von importierten fossilen Stoffen reduzieren und die einheimischen Produktion erneuerbarer Energien stärken.
Das revidierte CO2-Gesetz sieht vor, die Schweiz auf Kurs für das Klimaziel von minus 50 Prozent Treibhausgasausstoss bis 2030 zu bringen und stellt die Weichen für das Netto-Null-Ziel 2050.